Die Bundesdelegiertenversammlung (BDV) ist das höchste Gremium der Deutschen Wanderjugend. Einmal im Jahr kommen die Vereine und Landesverbände der DWJ zusammen, um sich auszutauschen und Entscheidungen zu treffen. Die diesjährige BDV fand vom 17. bis 19. März auf Einladung der DWJ im Harzklub in Göttingen statt.
Entscheidungen
Dieses Jahr standen drei Anträge zur Abstimmung. Ein Forderungspapier an die Politik zum Thema Nachhaltigkeit, ein Positionspapier für mehr Inklusion und die Forderung, Haltung zu zeigen gegen queerfeindliche Gewalt. Das Forderungspapier Nachhaltigkeit hatten Jana und Tobi aus dem Bundesjugendbeirat und dem AK Nachhaltigkeit sehr fundiert vorbereitet und monatelang mit Interessierten diskutiert. Dank dieser intensiven Vorbereitung konnte der Antrag ohne Änderungen einstimmig angenommen werden.
Zum Positionspapier Inklusion gab es einige Änderungsanträge. Unsere Bundesfachwartin Inklusion Maike führte souverän durch den Antrag und erläuterte, welche Änderungen aus Sicht der Antragstellenden übernommen werden können und über welche abgestimmt werden müsse. So konnte dieser bald beschlossen werden. Der Beschluss enthält auch den Auftrag an unseren Bundesvorsitzenden Kevin, dieses Positionspapier als Antrag in die Mitgliederversammlung des Deutschen Wanderverbandes (DWV) einzubringen.
Der Antrag zur Positionierung gegen Queerfeindlichkeit zeigte dann mal wieder, wie lebendig, politisch interessiert und demokratisch die DWJ ist. In der Sache waren sich alle von Anfang an einig, aber die im Antrag beschriebenen Wege und Formulierungen trafen auf reichlich Vorbehalte. So wurde am Samstag noch bis kurz vor Mitternacht diskutiert, geändert und am Ende ein gemeinsame Beschlussvorlage gefeiert, die dann auch einstimmig angenommen wurde.
→ Alle Beschlüsse zum Nachlesen finden sich hier: https://wanderjugend.de/positionen
Buntes Programm
Eine BDV besteht aber nicht nur aus dem Sitzungsteil, sondern bietet viel Drumherum. So verabschiedeten die Delegierten Bernd Hupp als Hauptjugendwart der DWJ im Eifelverein und ehrten Geli Jestädt für 20 Jahre Organisation des Kinderspielkreises in der Rhön. Die gastgebende DWJ im Harzklub hatte ein eigenes Logo für die BDV entworfen und brachte dies als Aufkleber und als Zuckeroblaten auf einem leckeren Rhababervanillekuchen mit. Dazu erhielten alle Anwesenden ein Stück Brockengranit.
Die Stiftung Wanderjugend hatte auch was mitgebracht, sie überreichte dem Bundesjugendbeirat einen symbolischen Scheck über 12.000 Euro. Das ist der höchste Betrag, den die Stiftung je ausschüttete und ist zweckgebunden das Preisgeld für den Bundeswettbewerb Jugend wandert.
Wie immer gab es auch ein erlebnisreiches Rahmenprogramm. Neben Gesprächen, Gesang mit Gitarre und Lagerfeuerabenden mit Stockbrot ging es am Samstagnachmittag zur Wiechert'schen Erdbebenwarte. Das ist die älteste Erdbebenwarte der Welt, durch die es eine spannende Führung gab. Höhepunkt war der Fall der 4 Tonnen schweren Mintrop-Kugel aus 14 Metern, um ein Erdbeben für die Seismographen zu simulieren.
Alle waren sich einig, wieder eine erlebnisreiche und konstruktive BDV erlebt zu haben.
→ Wir freuen uns schon auf die BDV 2027 vom 9. bis 11. April in Bayreuth. Denn 2027 feiert die DWJ 75-jähriges Bestehen und so wegen der Nähe zum Gründungsort Bad Berneck wurde Bayreuth gewählt.
Text: Torsten Flader
